Abnehmen steuert das Gehirn

 

Das Gehirn
 
Dass wir dick werden, ist eigentlich nicht die Schuld unseres Magens, sondern die des Gehirns. Denn hier spielt sich alles ab, was den Körper in Gang hält. Hier werden Informationen über Nährstoffbedarf, Durst, Hunger und Sättigung verarbeitet, Signale an andere Körperregionen geschickt und Impulse für bestimmte Verhaltensweisen ausgelöst.
 
Das Stammhirn
Ist der älteste Hirnteil, den übrigens auch die meisten Tiere aufweisen. Zum Stammhirn gehören das verlängerte Rückenmark und der Hypothalamus (Überlebenszentrum), der die Schaltstelle zwischen dem Körper und dem Großhirn darstellt. Der Hypothalamus ist winzig, nur ungefähr so groß wie ein 5-Cent Stück, und so leicht wie ein Blatt Papier. Doch die Größe täuscht, denn der Hypothalamus leistet mehr als jeder Hochleistungschip in einem Computer. Er regelt nämlich alle biologischen Bedürfnisse des Körpers. (Dazu gehören etwa Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme sowie Sexualität.) Das heißt also, dass allein der Hypothalamus über 70 Billionen Körperzellen steuert, und damit tatsächlich das Zentrum fürs Überleben ist.

Er ist auch die Schaltzentrale für Hunger und Durst.

Hier befindet sich auch das Hunger- und Sättigungszentrum.
Hier laufen alle Informationen für die Nahrungsaufnahme und die Verdauung zusammen.
Hier wird entschieden, wann es genug ist, und das Essen beendet werden soll. Das geschieht durch eine Vielzahl von Hunger- und Sättigungshormonen, sowie durch andere Signalgeber. Einige lösen nicht nur allgemeinen Hunger aus, sondern auch den nach einer bestimmten Kategorie von Nahrung. Diese Art Hunger nennt man Bedarfshunger. Wobei einem der Sinn ganz konkret nach Kohlehydraten, Eiweiß oder Fett stehen kann. Das passiert immer dann, wenn einige Körperzellen einen „speziellen Bedarf“ ans Überlebenszentrum gemeldet haben.
Der Signalgeber LEPTIN z.b. übermittelt Nachrichten über die Körperfettreserven und der gespeicherten Energie. Wenn dort Mangel herrscht, wird das sofort weitergeleitet.
 
Ohne Überlebenszentrum (Hypothalamus) geht gar nichts.
Das ÜZ koordiniert über das vegetative Nervensystem auch alle Körperfunktionen wie Atmung, das funktionieren von Herz und Kreislauf sowie aller anderen Organe. Es sorgt dafür, dass die Vorgänge im Gleichgewicht sind.
 
Tag + Nacht
Für das Abnehmen sehr wichtig ist das Umschalten der Körperfunktionen vom Tag- auf Nachtbetrieb. Mit Hilfe der Zirbeldrüse, wird am Tag das Glückshormon (Serotonin) und am Abend mit zunehmender Dunkelheit das Einschlafhormon (Melatonin) ausschüttet. Über diese Hormone wird das Überlebenszentrum rund um die Uhr über die aktuelle Tageszeit informiert – und variiert dementsprechend die Befehle für die Zellen.
 
Das limbische System oder Emotionszentrum
Das Emotionszentrum ist für Gefühle wie Wut, Freude, Trauer oder Glück zuständig. Was wir mithilfe unserer Sinnesorgane sehen, riechen, schmecken, hören und fühlen, geht als Informationen an das limbische System, wird dort emotional bewertet und an das Überlebenszentrum weitergeleitet. Erst danach gehen die gesammelten Infos an das Großhirn.
Zu dem Zeitpunkt, zu dem uns etwas bewusst wird, hat das Überlebenszentrum schon längst seine Schlüsse gezogen. Das ist wichtig, denn in echten Gefahrensituationen muss eine Reaktion blitzschnell, also als Reflex erfolgen. Bis das Großhirn zu einer Analyse käme, wäre es oftmals schon längst zu spät.
Doch es ist genau diese sinnvolle Arbeitsteilung, die uns im Alltag – und speziell beim Essen – manchmal Probleme bereitet. Wenn wir etwa beim Anblick einer Tafel Schokolade den unwiderstehlichen Drang verspüren zuzugreifen, obwohl wir eigentlich satt sind. Aber wir erinnern uns bereits beim Anblick mit dem emotionalen Erfahrungsgedächtnis an die Glücksgefühle, die Genuss früherer Tafeln in uns ausgelöst hat. Und dagegen kommt die Vernunft mit ihren Einwand „das war doch schon genug“ einfach nicht an.
 
Das Großhirn
Ist entwicklungsgeschichtlich der Junior unter den Gehirnkomponenten. Es hat sich spät, dafür aber sehr gut ausgebildet. Seine vielfältigen Möglichkeiten ermöglichen es dem Menschen seine Umwelt bewusst zu begreifen und zu gestalten. Hier wird die Entscheidung für Handeln oder Nichthandeln getroffen. An dieser Stelle kämpft auch die Einsicht, dass man etwas ändern muss, gegen das Lust- und Unlustzentrum unseres „inneren Schweinehundes“ der leider oft gewinnt.
 
Das Rechenzentrum in uns
In jeder Sekunde des Tages schicken die 70 Billionen Körperzellen in Form von Hormonboten oder Nervenimpulsen eine beinahe unvorstellbare Menge an Daten an unser ÜZ (Hypothalamus). Das bedeutet permanente Schwerstarbeit. Jeder Bissen Nahrung, jeder Schluck Wasser verändert das System – das den Gleichgewichtszustand wiederherstellen möchte. Also werden Verdauungs- und Ausscheidungsprozesse in Gang gesetzt. Der Körper fängt an zu schwitzen, er verbraucht Energie und noch vieles mehr. Diesen Zustand des Ausgleichens ohne Pause bezeichnet man auch als Fließgleichgewicht.
 
 
Das Belohnungszentrum
Wenn das Überlebenszentrum die Nachricht erhält, dass Bedarf an bestimmten Nährstoffen, Energie oder Flüssigkeit besteht, dann verspüren wir ein Hunger- oder Durstgefühl, manchmal auch Heißhunger, gelegentlich auch schmerzhafte Zustände wie Magenknurren. Das heißt, das ÜZ übt Zwang aus, sich sofort um die Versorgung zu kümmern. Ist dieser Auftrag erledigt, melden die im Blut schwimmenden Nährstoffe und die Hormone des Verdauungstraktes dem ÜZ: „Alles ist o.k., es ist genügend Nahrung da“. Das spüren wir als Sättigungsgefühl, und wir können wieder aufhören zum Essen.
Die Natur hat es nicht beim Abklingen der negativen Gefühle wie Hunger und Durst, sondern zu einem Trick gegriffen um die Motivation zu verstärken. Sie belohnt uns mit zusätzlichen positiven Gefühlen. Dafür ist das Belohnungszentrum im limbischen System(Gefühlshirn) zuständig. Es bewirkt, dass wir uns nach dem Essen angenehm satt fühlen. Außerdem fühlen wir uns gut gelaunt und entspannt. Dieser Mechanismus funktioniert ähnlich wie beim Geschlechtsverkehr. Klar, beides spielt eine wichtige Rolle für die Erhaltung des Menschen.
 
Von klein auf bekannt
Wie schön die Nahrungsaufnahme ist, erfahren wir bereits als Säugling. Es gehört somit zu unseren Urerfahrungen, dass Essen uns Wohlgefühl und Lust verschafft. Es sind Hormone, wie z.B. das Glückshormon Serotonin, das solche Gefühle auslöst. Das Belohnungszentrum speichert diese Erfahrungen, sodass sie jederzeit wieder abgerufen werden können. Deswegen brauchen wir nicht jedesmal neu probieren, wie eine Salami schmeckt.
Besonders ausgeprägt sind diese positiven Gefühle bei Lebensmitteln, die auch einen Grundbaustein für das Glückshormon (Serotonin) liefern, wie z.B. Schokolade.
Wenn der glücklich machende Botenstoff Serotonin im Blut stark abfällt, führt das nicht nur zu einem quälenden Heißhunger, sondern auch zwangsläufig zu Essanfällen.

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